Warnstreik in HAM

Alles rund um die Hamburger Airports. Neues, Hintergründe, und alles was bei "uns vor der Tür" so passiert. Außer den Daily Movements natürlich, für die gibt es einen eigenen Raum.

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Timur
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Re: Warnstreik in HAM

Beitrag von Timur » 20.02.2013 10:20:50

DC1030 hat geschrieben:
Ich finde die Forderungen ansich nicht überzogen, dennoch muss es einen anderen Weg geben, als jetzt jede Woche ein bis zwei Tage den GANZEN Tag zu streiken.
Natürlich gibt's den, der Arbeitgeber könnte den Forderungen zustimmen
Meine Idee für eine Lösung:
Ver.di sagt "Wir fordern 50 Cent pro Stunde weniger als bisher und wenn der Arbeitgeber darauf eingeht, beenden wir sofort den Streik und kehren an den Verhandlungstisch zurück". Darauf sagt der Arbeitgeber: "Toll, dass ihr Euch bewegt. Als Dankeschön bewegen wir uns auch". Am Ende kann man sich womöglich in der Mitte treffen und keiner verliert das Gesicht.
Der erste Schritt kann übrigens auch sehr gerne von den Arbeitgebern ausgehen!

Und um mal ganz vom Thema abzuschweifen, kommt mir da gerade so ein Gedanke: Eigentlich KÖNNTEN Löhne um die 2000 Euro Brutto halbwegs attraktiv sein, wenn der Wohnraum in Hamburg nur die Hälfte kostete... Okay. das führt jetzt zu weit ;-)

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Taliesin
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Re: Warnstreik in HAM

Beitrag von Taliesin » 20.02.2013 19:21:49

JU52 hat geschrieben:Und abschließend sei die Frage erlaubt - haben die Streikbefürworter hier argumentativ geglänzt? :|
Ich bin nicht unbedingt ein Streikbefürworter, eher ein Streikgegner-Gegner :wink:
Ob wir bisher geglänzt haben weiss ich nicht, wir kannten aber zumindest die Rechtslage und haben nicht unbescholtene Bürger mit Kriminellen und Verbrechern gleichgesetzt, bloß weil irgendwo eine schmissige Schlagzeile dieser Art auftauchte.
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Re: Warnstreik in HAM

Beitrag von paraglider » 20.02.2013 20:00:36

Taliesin hat geschrieben:... wir kannten aber zumindest die Rechtslage ...
Die Rechtslage auf seiner Seite haben und berechtigtes Handeln sind gewiss zwei unterschiedliche Dinge. Zumindest gibt es viele erscheinungen im täglichen Leben, die eine solche Annahme begründen...

Hab übrigens heute zufällig mit einer examinierten Krankenpflegerin gesprochen. Sie verdient trotz ihrer langjährigen Ausbildung deutlich weniger als das, was die ungelernten Damen und Herren des Sicherheitspersonals fordern!

Dass die Sicherheitsleute meist nur Teilzeitstellen haben ist bekannt (und vermutlich der Hauptgrund, dass ihnen die Kohl zum leben nicht reicht). Aber dann sollen sie gefälligst Vollzeit fordern und nicht irgendwelche dreisten Lohnerhöhungen!

Auffällig an der Streikerei ist ja zudem, dass man die Wochenendtage ganz "zufällig" vom Streik ausnimmt. Da müsste man dann nämlich auf den Wochenendzuschlag an diesen Tagen verzichten :wink: . Für mich sind diese Aktionen nach wie vor rechtlich legitimierte Erpressung. Mehr nicht. Und dass die betroffenen Passagiere mittlerweile echt 'nen Kragen haben, kann ich voll und ganz verstehen.

Weshalb sperren sich die ver.dioten eigentlich so sehr hartnäckig gegen eine Schlichtung? Dass könnte unser Kenner der Rechtslage ja mal verständlich darlegen (wenn er es denn kann)...
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Re: Warnstreik in HAM

Beitrag von Maddy » 20.02.2013 20:40:58

Nur mal so interessehalber: wie viel würde denn ein Staatsbeamter der Bundespolizei verdienen?
Desto mehr Geld die Streikenden fordern umso weniger rechtfertigen sie doch ihr eigenes Dasein, oder?
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Re: Warnstreik in HAM

Beitrag von JU52 » 20.02.2013 21:10:02

@Talisien, ohne nochmals alles in diesem Threat zu lesen, hat jemand an der Rechtslage gezweifelt? Das ist ihr Recht und man kann ihnen kaum vorwerfen, dieses Streikrecht anzuwenden. Ich persönlich habe aber zumindest das Gefühl, dass Verdi bei der Durchführung dieses Streiks am Hamburger Airport inzwischen den maßvollen Umgang mit diesem Recht vermissen läßt. Auch wenn du Kommentare im Radio pp. hörst, das Verständnis scheint langsam immer mehr zu schwinden.

Und das Verhalten einiger der Streikenden trägt auch nicht grade dazu bei - heute morgen befand sich Radio HH an den vier Bussen, die mit Streikenden zu einer Kundgebung nach Potsdam fahren wollten. Der Reporter erwartete Betroffene, traf aber auf sichtlich gut gelaunte Mitarbeiter, die wie Fußballfans sangen "Berlin, Berlin, wie fahren nach Berlin". Ob das bei Fluggästen pp. das Verständnis für deren Arbeitskampf fördert?

@Maddy, die beiden Gruppen kannst du nicht miteinander vergleichen. Während die Security-Mitarbeiter nur für die Kontrollen zuständig sind (und auch keine weiteren Eingriffsrechte haben), sind die Aufgaben der Bundespolizei vielschichtiger. Da würde man Äpfel mit Birnen vergleichen.
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Re: Warnstreik in HAM

Beitrag von Taliesin » 20.02.2013 21:47:17

JU52 hat geschrieben:@Talisien, ohne nochmals alles in diesem Threat zu lesen, hat jemand an der Rechtslage gezweifelt?
Nur 2 Posts über deinem ist wieder von Erpressung die Rede.
JU52 hat geschrieben:Ich persönlich habe aber zumindest das Gefühl, dass Verdi bei der Durchführung dieses Streiks am Hamburger Airport inzwischen den maßvollen Umgang mit diesem Recht vermissen läßt. Auch wenn du Kommentare im Radio pp. hörst, das Verständnis scheint langsam immer mehr zu schwinden.
Rechte sind Rechte, weil sie keiner Zustimmung bedürfen, weder die Kanzlers, noch der von Radio Hamburg, Tante Erna oder Uwe Seeler.
Wenn du mal eine Gehaltserhöhung möchtest, dann fragst du auch nicht hier im Forum nach, ob wir das ok finden.

Es gibt auch genug Arbeitgeber, die den maßvollen Umgang mit Recht, Gerechtigkeit oder gesundem Menschenverstand vermissen lassen. Wisst ihr eigentlich wieviele Hunderttausend Leiharbeiter in Deutschland arbeiten? Unter was für Bedingungen, bei welcher Job(un)sicherheit und bei welchen Löhnen? Das ist moderne Sklaverei, nichts anderes.
Habt ihr euch mal gefragt wieso alle Welt von der Eurokrise redet und ringsrum ganze Länder pleite gehen, nur Deutschland nicht? Weil in Deutschland mit Hartz4 und der Lockerung der Leiharbeitsgesetze sehr mächtige Mechanismen geschaffen wurden um die Lohnkosten zu senken. Griechenland ist unter anderem deshalb pleite, weil man heute in Deutschland billiger produzieren kann als dort, oder auch als in Spanien. Die Zeche dafür zahlen die deutschen (Leih)-Arbeiter.
Und sobald mal eine Gewerkschaft dafür kämpft, dass die Löhne angehoben werden, da ziehen sie den Zorn der Bevölkerung auf sich. Landauf und Landab sinken die Reallöhne, aber die Gewerkschaften sind "die Totengräber der Nation". Bei solch unfassbar dummen Aussagen wird mir echt Angst und Bange um die Zukunft dieses Landes.
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Re: Warnstreik in HAM

Beitrag von JU52 » 20.02.2013 23:41:35

Ist schon putzig, auf der einen Seite kritisierst du den Kommentar von Sven und legst ihn so aus, wie es für deine Argumentation am besten passt (du sprichst von Erpressung, Sven schrieb etwas von rechtlich legitimierter Erpressung), dabei weißt du selbstverständlich, was er damit meinte, aber selber verwendest du den Begriff der modernen Sklaverei. Die Sklaverei wurde abgeschafft, oder irre ich mich? Ach du meinst das nur sinnbildblich? Dann ist das natürlich etwas ganz anderes...

Eine Bemerkung aber noch du deinem Satz 'Rechte sind Rechte und bedürfen keiner Zustimmung'!??? Was ist denn das für eine Aussage? Wie sind denn diese Rechte zustande gekommen, haben das der Kanzler, Tante Erna und Uwe Seeler im stillen Kämmerlein bei Radio Hamburg beschlossen, oder bedurfte das evtl. einer mehrheitlichen Zustimmung?

Das musste ich noch loswerden, mehr nicht, wir haben scheinbar doch teils unterschiedliche Wahrnehmungen. War mein letztes Wort dazu - versprochen! :wink:
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Re: Warnstreik in HAM

Beitrag von Timur » 22.02.2013 11:07:29

Hier mal die Ansicht unseres Flughafen-Chefs zur ganzen Angelegenheit:

http://www.abendblatt.de/wirtschaft/art ... chten.html

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Re: Warnstreik in HAM

Beitrag von ConAir » 22.02.2013 13:06:08

ich denke das Problem liegt daran, daß Verdi erst wirklich etwas machen kann wenn genug Leute in der Gewerkschaft sind, so wie es aussieht sind beim Sicherheitspersonal viele Gewerkschaftlich organisiert,
ich kenne den FRUST von Verdi, daß bei AHS kaum Leute in der Gewerkschaft sind um dort den Forderungen von besseren Arbeitsbedingungen und Lohn Nachdruck zu verleihen. Sonst würden die dort auch streiken.
Dort ist der EInstiegslohn bei 7,50 EUR!! Da verdienen die Mehrheit der Leute weniger als H4 Bezieher und haben mehr Stress als man so von außen wahrnimmt!
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Re: Warnstreik in HAM

Beitrag von EISbreaker » 11.03.2013 15:33:16

Sie haben sich auf 13,60€ (+15%) geeinigt

Quelle:
http://www.abendblatt.de/nachrichten/ar ... hafen.html
Bis denn...
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Re: Warnstreik in HAM

Beitrag von Sven1985 » 11.03.2013 17:11:36

Endlich haben die Streiks ein Ende.
Wow, 15% auf 24Monate. Nicht schlecht.

Das sollte ich mal meinen Arbeitgeber bzw. der Gewerkschaft vorschlagen....
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Re: Warnstreik in HAM

Beitrag von EISbreaker » 16.04.2013 11:30:40

Die haben noch einen draufgelegt: Ab April 2014 geht's rauf auf 14€ was dann 18% wären.
In NRW gibt es sogar bis zu 23%.

http://www.airliners.de/schlichterspruc ... burg/29431
Bis denn...
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Re: Warnstreik in HAM

Beitrag von DC1030 » 02.08.2013 13:01:40

Gruß, Thomas

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Re: Warnstreik in HAM

Beitrag von EK60 » 22.01.2015 13:57:44

Das Thema kann leider mal wieder aufgewärmt werden... :cry:

Morgen (Freitag) wird es von 11 bis 16 Uhr einen Warnstreik der Security-MA in HAM geben. Es geht mal wieder um mehr Geld
http://www.ndr.de/nachrichten/Freitag-W ... en910.html

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Re: Warnstreik in HAM

Beitrag von Flugzeugschrauber » 22.01.2015 19:33:15

Diese "Immer freundlichen, ihre Arbeit stehts erfüllenden, im Job benötigte Gesetze und Regeln kennenden und total Kritik fähigen" Mitarbeiter wollen für diese Katastrophe an Serviche auch noch mehr Geld???

Tut mir leid, aber da sollten sie lieber für mehr Lehrgänge streiken und dann nach vielen Schulungen mal nach mehr Geld fragen.

Ich fiege öfter mal, aber so wie man bei der Security in HAM immer wieder behandelt wird, das finde ich MEIST (NICHT IMMER) unter aller Kanone.
Wieso zum Teufel kann ich auf "Never come Back Airlines" keine Return Flüge buchen???

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Re: Warnstreik in HAM

Beitrag von EK60 » 08.02.2015 12:36:06

Morgen (Montag) mal wieder Streik bei der Security, diesmal ganztägig
http://www.hamburg-airport.de/de/4140.php

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Re: Warnstreik in HAM

Beitrag von JanMartin » 09.02.2015 11:19:24

Das die es nicht in den Griff kriegen, das Bestreiken von Infrastruktur zu verbieten ... (in der Branche arbeite ich übrigens selbst)

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Re: Warnstreik in HAM

Beitrag von ConAir » 09.02.2015 11:46:41

JanMartin hat geschrieben:Das die es nicht in den Griff kriegen, das Bestreiken von Infrastruktur zu verbieten ... (in der Branche arbeite ich übrigens selbst)
Streiks möchtest DU verbieten? WOW :shock: - In China geht das :wink:
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Re: Warnstreik in HAM

Beitrag von EK60 » 09.02.2015 12:37:28

JanMartin hat geschrieben:Das die es nicht in den Griff kriegen, das Bestreiken von Infrastruktur zu verbieten ... (in der Branche arbeite ich übrigens selbst)
Streik an sich zu verbieten ist vielleicht keine so gute Idee, aber indirekt wäre es hier schon möglich, solche Streiks zu verhindern.
Schliesslich ist die Sicherheitskontrolle eigentlich hoheitliche Aufgabe des Staates, also eigentlich der Bundespolizei, diese hat es nur an externe Dienstleister ausgelagert. Würde die Bundespolizei das wieder selbst machen, wäre das Problem behoben, da es sich um Beamte handelt, die nicht streiken dürfen.
Nur die Kostenfrage darf man dabei natürlich nicht ausser acht lassen.

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Re: Warnstreik in HAM

Beitrag von DC1030 » 09.02.2015 12:40:44

Gruß, Thomas

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Re: Warnstreik in HAM

Beitrag von JanMartin » 09.02.2015 13:58:56

ConAir hat geschrieben:Streiks möchtest DU verbieten? WOW :shock: - In China geht das :wink:
Diese Leute mißbrauchen die Freiheit, um die Freiheit anderer Leute einzuschränken, für eigennützige Zwecke, nicht zum Zwecke der Allgemeinheit.

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Re: Warnstreik in HAM

Beitrag von paraglider » 09.02.2015 14:05:59

EK60 hat geschrieben: ... Nur die Kostenfrage darf man dabei natürlich nicht ausser acht lassen.
Dafür zahlen die Passagiere aber extra eine nicht zu knappe Sicherheitsgebühr (neben den vielen anderen Zusatzgebühren). Und so ganz nebenbei geht diese Gebühr unmittelbar an die zuständige Behörde (also Bundespolizei) und nicht an den im Unterauftrag handelnden privaten Dienstleister. Soll heißen: eigentlich haben die Gebührenzahler (sprich Passagiere) einen Leistungsanspruch gegenüber der Behörde als staatliche Institution.
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Re: Warnstreik in HAM

Beitrag von ConAir » 09.02.2015 15:35:20

JanMartin hat geschrieben:
ConAir hat geschrieben:Streiks möchtest DU verbieten? WOW :shock: - In China geht das :wink:
Diese Leute mißbrauchen die Freiheit, um die Freiheit anderer Leute einzuschränken, für eigennützige Zwecke, nicht zum Zwecke der Allgemeinheit.
ich denke "das Problem" gibt es bei JEDEM Streik im öffentlichen Bereich - ob nun Müll, ÖPNV oder Bahn... die meisten sehen das gelassener am Flughafen, ich auch. Besser man hat das Recht zu einem Streik in diesem Land als gar kein Recht, wie halt in einem großen Land in Asien, wo unseren tollen Telefone her kommen! ;-)
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Re: Warnstreik in HAM

Beitrag von JU52 » 09.02.2015 23:15:27

Ich frage mich allerdings gerade, warum in anderen Bereichen eher selten (alles Top-Verdiener mit 1A Arbeitsbedingungen???) und im Bereich Bahn und Luftfahrt gefühlt dauernd gestreikt wird!? Wen wundert es dann noch wirklich, wenn das Verständnis der Bevölkerung für dieses Recht der Streikenden immer mehr schwindet.
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Re: Warnstreik in HAM

Beitrag von Felipe Garcia » 10.02.2015 11:51:39

Selbst wenn in anderen Bereichen des Öfteren gestreikt würde, so würde
das Verständnis der Bevölkerung für dieses Recht der Streikenden immer mehr schwinde[n]
, da der Mensch von Natur aus ein egoist ist. Streik wird toleriert, ja sogar akzeptiert mit Worten wie "Ja das ist aber gut, dass sie für mehr Arbeitsbedingungen kämpfen", so lange man selbst nicht betroffen wird. Man wird aber getroffen, sobald es einen Streik einen Bereich des öffentlichen Dienstes trifft. Sei es nun, wie bereits o.g., bei der Müllabfuhr, bei Kindergärten, im Verkehr oder anderen Bereichen. Sobald man aber selbst in den Arbeits- und Lohnkampf treten muss, dann soll das urplötzlich überall akzeptiert werden. Ich persönlich finde Streiks immer gut, solange es wirklich um den Arbeitnehmer geht und solange für den Arbeitnehmer gekämpft wird und nicht um irgendwelche Machtspiele die mit dem Arbeitnehmer als solches nichts zu tun haben. Und wenn man in so eine Situation kommt, bei dem etwas bstreikt wird, irgendwie kommt man schon weg. Ein wenig mehr Gelassenheit wäre von der der deutschen Bevölkerung, in meinen Augen, angebracht.
Aber wie gesagt: Der Mensch, das von Natur aus egoistische Wesen.
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Re: Warnstreik in HAM

Beitrag von DC1030 » 11.02.2015 17:56:03

Auszug aus airliners.de: "Die Beschäftigten in der untersten Lohngruppe erhalten innerhalb von zwölf Monaten Lohnerhöhungen von 11,8 Prozent - von 8,05 Euro auf 9,00 Euro am 1. Januar 2016."

Voller Artikel hier: Hamburger Fluggastkontrolleure erhalten mehr Lohn

Ich finde das super! :top:
Gruß, Thomas

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Re: Warnstreik in HAM

Beitrag von airport addict » 13.01.2019 21:42:23

Dienstag, 15.1.18 - und wieder grüßt das Murmeltier.

Als ich in diesem Forum gezielt nach dem Stichwork "Streik" googelte, stellte ich fest, dass ein solcher Warnstreik mindestens bereits am 27.2.12 und Ende Januar 2013 stattfand. Weil sich die Diskussion für und wider schon damals im Kreis drehte - und das in beiden Streik-Threads aus den Jahren ! - und zu sehr engagierten Beiträgen führte, habe ich ihn aus akutellem Anlass nach oben geholt.
Zum Zeitpunkt der damaligen Streiks war ich noch in einem Reisbüro tätig und habe mich allen Enstes gefragt, warum ver.di auch um die Mitgliedschaft "unserer" Angestelltengruppe warb, wo sie doch mit solchen Aktionen mit Regelmäßigkeit für ordentlich Kriseninterventions-Mehrarbeit sorgt(e).

Inzwischen bin ich der Meinung, dass für infastrukturrelevante Bereiche - Flughafenbetrieb, Lokführer, etc. - eine Schlichtung samt nachfolgender "Abkühlungszeit" verpflichtend dem Streikaufruf vorgeschaltet werden sollte, so wie es in den USA im Transportwesen ist (vgl. https://en.wikipedia.org/wiki/National_Mediation_Board).

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Re: Warnstreik in HAM

Beitrag von Alster68 » 14.01.2019 02:55:22

airport addict hat geschrieben:
13.01.2019 21:42:23
Inzwischen bin ich der Meinung, dass für infastrukturrelevante Bereiche - Flughafenbetrieb, Lokführer, etc. - eine Schlichtung samt nachfolgender "Abkühlungszeit" verpflichtend dem Streikaufruf vorgeschaltet werden sollte, so wie es in den USA im Transportwesen ist (vgl. https://en.wikipedia.org/wiki/National_Mediation_Board).
Da bin ich als Lokführer, also jemand der einen "infrastrukturrelevanten" Job ausführt, aber ganz anderer Meinung!
Man ist hier in D immer so furchtbar Stolz auf die erreichten demokratischen Grundrechte; So auch das Streikrecht. Nur "wehtun" darf es Bitte, bitte nicht! Leider ändern sich einige, neoliberal durchzogene, Strukturen erst dann, wenn es eben weh tut.

Deiner Meinung nach, dürfte z.B. ich, als Lokführer, meinen berechtigten (Lohn-)Forderungen keinen Nachdruck verleihen dürfen - nur weil deswegen einige Menschen deswegen nicht pünktlich zur Arbeit kommen. Vielen Dank auch! Nur, ohne Druck, erreicht man hier nullkommanix!


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Re: Warnstreik in HAM

Beitrag von Zak » 14.01.2019 10:34:38

Ich sehe auch nicht, was durch eine Einschränkung des Streikrechts gewonnen würde. Ich habe eher Probleme damit, dass tarifgebundene Beschäftigung immer mehr zur Ausnahme verkommt.

Und dass es manche heftig unterbezahlte Berufsgruppen gibt - z.B. Pflegepersonal - in denen Streiks schwierig bis unmöglich sind. Und dass branchenübergreifende Probleme wie die viel zu hohe Quote an Leiharbeitern und befristet Beschäftigten über Streiks nicht gelöst werden können.

Trotzdem habe ich jedes Verständnis dafür, dass Arbeiter und Angestellte versuchen, ihre finanzielle Situation zu verbessern. Das tun die Arbeitgeber genauso, und da wird es auch als legitim hingenommen (was es grundsätzlich auch ist). Wenn man die Rechte der Arbeiter und Angestellten aber weiter aushöhlt, wird das die Ungleichverteilung des Wohlstands in unserem Land noch weiter vorantreiben. Und das ist jetzt schon das Dynamit, das unsere Gesellschaft zu sprengen droht.
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Re: Warnstreik in HAM

Beitrag von airport addict » 14.01.2019 11:06:31

Alster68 hat geschrieben:
14.01.2019 02:55:22
meinen berechtigten (Lohn-)Forderungen keinen Nachdruck verleihen dürfen
Natürlich.
Karl Marx: "Das Sein bestimmt das Bewusstsein."
Alster68 hat geschrieben:
14.01.2019 02:55:22
nur weil deswegen einige Menschen deswegen nicht pünktlich zur Arbeit kommen.
"Einige Menschen" zahlen erstens Dein Gehalt und sind zweitens nicht Partei im Streik sondern erstmal unbeteiligte Dritte anscheinend gern herbeigeführter Kollateralschaden - wie eben auch, und damit zurück zum Thema, beim Streik am Flughafen - , weil es ein ganz hohes Ziel zu erstreiten gilt:
Alster68 hat geschrieben:
14.01.2019 02:55:22
ändern sich einige, neoliberal durchzogene, Strukturen erst dann, wenn es eben weh tut.
Alster68 hat geschrieben:
14.01.2019 02:55:22
Vielen Dank auch!
Ganz meinerseits.

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Re: Warnstreik in HAM

Beitrag von Zak » 14.01.2019 13:47:38

airport addict hat geschrieben:
14.01.2019 11:06:31
"Einige Menschen" zahlen erstens Dein Gehalt und sind zweitens nicht Partei im Streik sondern erstmal unbeteiligte Dritte anscheinend gern herbeigeführter Kollateralschaden
"Einige Menschen" sorgen dafür, dass hohe Nachfrage nach der jetzt streikenden Berufsgruppe besteht. Sie sind also schonmal keine Unbeteiligten.

Und warum kritisierst Du die Streikenden, nicht aber die Arbeitgeber? Die hätten ja genauso die Möglichkeit, den Streik zu verhindern.

Alle wollen Lohngerechtigkeit und Fairness. Außer sie müssen selbst dafür ein Opfer bringen, egal wie klein es sein mag, dann ist Schluss mit lustig.

Und das ist ja nicht nur bei Lohndebatten so. Niemand ist für Ausbeutung in Schwellenländern oder zweifelhafte Produktionsbedingungen. Aber wenn es bei KiK das 5er-Pack T-Shirts für 7,99 gibt, oder im Discounter das Kilo Hähnchen für 2,49, ist die Ware trotzdem ruckzuck weg.
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Re: Warnstreik in HAM

Beitrag von airport addict » 14.01.2019 17:37:17

Zak hat geschrieben:
14.01.2019 13:47:38
"Einige Menschen" sorgen dafür, dass hohe Nachfrage nach der jetzt streikenden Berufsgruppe besteht. Sie sind also schonmal keine Unbeteiligten.
Dein Umkehrschluß heißt also, wenn weniger geflogen würde, in der Folge weniger Luftsicherheitsassistenten benötigt würden, könnten diese nicht aufgrund des leergefegten Arbeitsmarktes ihre Forderungen mit einiger Erfolgsaussicht erstreiken. So sollten, weiter gedacht, alle die vielen Fluggäste (keine Sorge, es sind 2018 ja schon weniger geworden) sich den BAW- und BUND-Klagen anschließen, um nicht, Deiner Argumentation nach, mittels Induzierens weiterer Passagierzuwächs ein indirekter Streikauslöser zu sein. Ich finde diese Argumentationskette, Fluggäste in Streikbeteiligte umzudeuten, schon hanebüchen.
Zak hat geschrieben:
14.01.2019 13:47:38
Und warum kritisierst Du die Streikenden
Die Antwort darauf hat Du selbst in Deinem vorigen Post schon angerissen, in dem Du über Mitarbeiter in der Pflege schreibst: Lehrberufe mit Verantwortung können nicht oder kaum streiken, aufgrund niedrigen Organiationsgrades. Und die angelernten Luftsicherheitsassistenten nutzen ihren Organisationsgrad weidlich aus: 2012. 2013. 2015. 2019. Wirst Du darauf erwidern, wie es damals die streikenden LH-Piloten taten, dann müssen die sich eben auch z.B. Pflegende besser organisieren, so wie die jetzt Streikenden, an ginge es ihnen auch besser?
Zak hat geschrieben:
14.01.2019 13:47:38

Alle wollen Lohngerechtigkeit und Fairness.
Dann lies bitte
https://www.welt.de/wirtschaft/article1 ... -viel.html
und erkläre, wie Deine Auffassung von Gerechtigkeit und Fairness mit dem Gutheißen des anstehenden Streiks unter einen Hut zu bringen sind.
Zak hat geschrieben:
14.01.2019 13:47:38
nicht aber die Arbeitgeber? Die hätten ja genauso die Möglichkeit, den Streik zu verhindern.
In der letzten Arbeitgeber-Pressemitteilung vor Begin der aktuellen Streikrunde
https://www.bdls.aero/images/aktuell/20 ... erheit.pdf
steht am Ende, dass erst am 23.1.2018 weiterverhandelt wird. Diese Position steht, soweit ich erkenne, unverändert im Raum. Das heißt also, die Arbeitgeber wollen diese Streikrunde aussitzen. Denen sind also auch die Fluggäste egal - natürlich ist das nicht besser als das Verhalten der Arbeitnehmer. Aber es wird nicht durch Robin-Hood-Rhetorik unterfüttert.

Übrigens, jede/r, der
Zak hat geschrieben:
14.01.2019 13:47:38
Niemand ist für Ausbeutung in Schwellenländern oder zweifelhafte Produktionsbedingungen
auf einer in China gefertigten Tastatur bzw. Berührungsbildschirm schreibt, kann nicht noch glaubhaft gegen die Arbeitsbedingungen bei Ryanair wettern - er/sie genießt die Früchte der Lohnunterschiede zwischen den Ländern gerade selbst...

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Re: Warnstreik in HAM

Beitrag von spotteralex » 14.01.2019 18:05:49

airport addict hat geschrieben:
14.01.2019 17:37:17
iauf einer in China gefertigten Tastatur bzw. Berührungsbildschirm schreibt, kann nicht noch glaubhaft gegen die Arbeitsbedingungen bei Ryanair wettern - er/sie genießt die Früchte der Lohnunterschiede zwischen den Ländern gerade selbst...
Dann nenne mir mal ein in Deutschland produziertes Smartphone- oder Laptop-Modell? Siehst du. Manchmal gibt es Alternativen, da nutze ich sie auch, manchmal aber leider nicht mehr.
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Re: Warnstreik in HAM

Beitrag von Zak » 14.01.2019 19:06:42

airport addict hat geschrieben:
14.01.2019 17:37:17
Dein Umkehrschluß heißt also
Nein, nicht mein Umkehrschluss. Dein Umkehrschluss. Den hast Du gerade geschlossen, nicht ich.

Schauen wir uns ihn trotzdem einmal an:
wenn weniger geflogen würde, in der Folge weniger Luftsicherheitsassistenten benötigt würden, könnten diese nicht aufgrund des leergefegten Arbeitsmarktes ihre Forderungen mit einiger Erfolgsaussicht erstreiken.
Nicht ganz präzise, aber im Groben richtig. Denn wann hatten wir z.B. den letzten großen Bergarbeiterstreik in Deutschland?
So sollten, weiter gedacht, alle die vielen Fluggäste (keine Sorge, es sind 2018 ja schon weniger geworden) sich den BAW- und BUND-Klagen anschließen, um nicht, Deiner Argumentation nach, mittels Induzierens weiterer Passagierzuwächs ein indirekter Streikauslöser zu sein.
Völliger Quark. Denn ich habe nie behauptet, dass "Streikvermeidung um jeden Preis" ein erstrebenswertes Ziel sei. Das war vielmehr Deine Prämisse, und es ist auch Dein verquerer "weiterführender Gedanke". Projiziere Deinen Unsinn also bitte nicht auf mich.
Ich finde diese Argumentationskette, Fluggäste in Streikbeteiligte umzudeuten, schon hanebüchen.
Das ist ja an sich kein Vorwurf. Ich fliege selber gerne und oft ab Hamburg. Ich kann mich aber auch nicht hinstellen und sagen "ich nutze zwar diese Dienstleistung, aber die Arbeitsbedingungen der Menschen, die sie erbringen, geht mich nichts an". Sie haben ein Streikrecht, das ist auch gut so, und wenn sie das nutzen und ich davon betroffen bin (kam durchaus schon vor), dann muss ich damit leben.

Mir geht es auch garnicht darum, diesen konkreten Streik zu verteidigen. Ich habe mich zu wenig damit auseinandergesetzt, um mir ein Urteil zu erlauben, ob ich die Forderungen als gerechtfertigt empfinde oder nicht.

Es geht mir nur auf den Zeiger, wenn bei Streiks reflexhaft nach einer Verschärfung des Streikrechts gerufen wird, nur weil man selber mit den Auswirkungen konfrontiert wird.

Wenn Du Gründe siehst, die Forderungen der Gewerkschaft als überzogen zu bezeichnen, ist das okay. Deswegen sofort nach einer Einschränkung des Streikrechts zu rufen aber nicht. Ich fordere ja auch nicht jedes Mal eine Einschränkung des Rechtes auf Meinungsfreiheit, wenn jemand in der Öffentlichkeit Unsinn (oder was ich dafür halte) verbreitet.
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Re: Warnstreik in HAM

Beitrag von airport addict » 14.01.2019 21:59:03

[/quote]
Dann nenne mir mal ein in Deutschland produziertes Smartphone- oder Laptop-Modell? Siehst du. Manchmal gibt es Alternativen, da nutze ich sie auch, manchmal aber leider nicht mehr.
[/quote]

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Re: Warnstreik in HAM

Beitrag von airport addict » 14.01.2019 22:56:06

Denn ich habe nie behauptet, dass "Streikvermeidung um jeden Preis" ein erstrebenswertes Ziel sei. Das war vielmehr Deine Prämisse,
Das wäre mir aber neu, dass das meine Prämisse sei. Ich hätte vmtl. den englischen Wikipedia-Artikel zur US-amerikanischen Vorgehensweise direkt hier reinscheiben sollen, sorry. Das Prozedere dort ist nämlich, dass 1. ein alter Tarifvertrag automatisch gültig bleibt (Laufzeitverlängerung) bis ein neuer unterschrieben ist oder eine Tarifpartei zum "self-help" greift, also Streik oder Aussperrung 2. aber erst das "Mediation Board" (=eine Art ständiger Schlichtungsausschuß) einen Mediator benennt, der verbindlich das Scheitern der Tarifverhandlungen ausruft 3. daraufhin ein 30-tägiger "Abkühlungsprozeß" (Cooling off period) beginnen muß, währenddessend verhandelt werden muß (!) 4. am Ende dieser Zeit bei Nichteinigung Streikmaßnahmen beginnen dürfen.
Ja, es ist eine Einschränkung, aber eine konstruktive und nicht "um jeden Preis"!
In unserer auf Mobilität aufbauenden Gesellschaft ist das nach meiner Meinung ein annehmbarer Mittelweg.
Den im Übrigen, wenn ich die Nachrichten richtig verstanden habe, im Prinzip der soeben abgelaufende Tarifvertrag zwichen DB und GdL auch schon als Bestandteil hatte - Streiks erst nach gescheiterter Schlichtung.

Hätte, hätte, Fahrradkette, wenn doch Deine Meinung feststeht
Wenn Du Gründe siehst, die Forderungen der Gewerkschaft als überzogen zu bezeichnen, ist das okay. Deswegen sofort nach einer Einschränkung des Streikrechts zu rufen aber nicht.
bleibt mir nichts anderes übrig, als mich für Deine zivilisierte
Dein verquerer "weiterführender Gedanke" [...]Deinen Unsinn [...]reflexhaft[...]sofort
Antwort zu bedanken.

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Re: Warnstreik in HAM

Beitrag von Zak » 15.01.2019 11:07:39

airport addict hat geschrieben:
14.01.2019 21:59:03
Dann nenne mir mal ein in Deutschland produziertes Smartphone- oder Laptop-Modell? Siehst du. Manchmal gibt es Alternativen, da nutze ich sie auch, manchmal aber leider nicht mehr.
https://www.shiftphones.com/
...siehst Du!
Spannendes Projekt, das ich schon eine ganze Weile verfolge. Aktuell noch mit einem klitzekleinen Haken versehen:
Shift-Website hat geschrieben:Das SHIFTmu wird es nicht in 2018 geben. Es bleibt auch fraglich, ob wir eine Veröffentlichung in 2019 schaffen können. Wir glauben daran, dass dieses Projekt viel bewegen wird und hoffen auf eine Fertigstellung in 2020.
Ich fürchte, so lange kann mein nächstes Telefonat nicht warten.
airport addict hat geschrieben:
14.01.2019 22:56:06
Das wäre mir aber neu, dass das meine Prämisse sei.
Okay, das "um jeden Preis" war eine Überspitzung. Aber Deine Posts zielen alle darauf ab, das Streikrecht weiter einzuschränken. Meine nicht. Warum Du mir dann unterstellst, ich wolle, dass alle Passagiere sofort das Fliegen einstellen und sich BUND und BAW anschließen, damit es als Folge der daraus folgenden Verkleinerung des Airports keine Streiks mehr stattfinden, bleibt Dein Geheimnis. Du musst aber damit leben, dass ich solche verqueren (und das Adjektiv trifft hier präzise zu) Unterstellungen nicht unkommentiert lasse. Denn es ist kompletter Unsinn, und Du hast mir unterstellt, diesen Unsinn so gefordert zu haben. Lass das doch einfach sein und beschränke Dich auf das, was gesagt wurde.

Im Übrigen ist meine Meinung keinesfalls in Stein gemeißelt. Man kann über alles diskutieren, auch über Sinnhaftigkeit und Ausgestaltung unseres Streikrechts. Wenn das aber in dem Moment passiert, in dem ein Streik stattfindet, der Dir (und sei es aus völlig legitimen Gründen) nicht passt, empfinde ich das als reflexhaft.

Zumal sich die Frage stellt, ob eine Gesetzesänderung hier überhaupt vonnöten ist:
airport addict hat geschrieben:
14.01.2019 22:56:06
In unserer auf Mobilität aufbauenden Gesellschaft ist das nach meiner Meinung ein annehmbarer Mittelweg.
Den im Übrigen, wenn ich die Nachrichten richtig verstanden habe, im Prinzip der soeben abgelaufende Tarifvertrag zwichen DB und GdL auch schon als Bestandteil hatte - Streiks erst nach gescheiterter Schlichtung.
Wenn die Tarifvertragsparteien jetzt schon die Möglichkeit haben, ihre Verträge entsprechend Deiner Ansätze zu gestalten, ist doch für den Gesetzgeber kein Handlungsbedarf gegeben. Warum soll man es den Tarifparteien vorschreiben, so verfahren zu müssen?

Wenn Arbeitgeber in einem infrastrukturkritischen Bereich auf die vertragliche Festlegung der Friedenspflicht verzichten, in der Hoffnung damit für die nächsten paar Quartale etwas Geld zu sparen, handeln sie genauso verantwortungslos wie Gewerkschaften, die vorschnell zum Streik als ultimativem Druckmittel aufrufen.

Und wenn man dieses Verhalten gesetzlich sanktionieren will, sollte man zumindest beide Seiten gleichermaßen in die Pflicht nehmen.
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Re: Warnstreik in HAM

Beitrag von Timur » 15.01.2019 19:09:25

Ich möchte die Verhältnismäßigkeit dieses "Warnstreiks" und der erhobenen Lohnforderung in Frage stellen.

Zunächst zur Verhältnismäßigkeit. Eine "Warnung" wäre auch verstanden und von aller Öffentlichkeit wahrgenommen worden, wenn ein paar Flughäfen für zwei, drei Stunden lahmgelegt worden wären. Den Löwenanteil des deutschen Luftverkehrs für fast einen ganzen Tag lahmzulegen (die Folgen an den Tagen drumherum gar nicht beachtet), ist aber mehr als nur eine Warnung. Insbesondere weil sie am wenigsten die Arbeitgeber trifft, sondern größtenteils Parteien, die nichts oder nur indirekt mit dem Streit zu tun haben.

Darüber hinaus - und ich möchte ganz klar stellen, dass ich die teils abstrusen Auswüchse von Kapitalismus, Kommerz und Geizmentalität nicht gutheiße - muss ich mich wirklich fragen, ob ein geforderter Mindest(!)lohn von 20 Euro in diesem Bereich nicht vollkommen aus den Augen verliert, was andere Berufsgruppen so verdienen. Bei 40 Stunden pro Woche und ohne irgendwelche Zuschläge wäre das ein Montasbrutto von 3.200 Euro. Angestellte im Polizeidienst bekommen (ohne Zuschläge) bei vergleichbarer Tätigkeit in Hamburg zu Beginn viele (!) hundert Euro weniger bezahlt (wobei es da ein fast volles 13. Gehalt gibt). Bei kleineren Resieveranstaltern und sogar kleineren Pharma-Unternehmen sind 3.200 Euro im Monat die Gehälter leitender Angestellter. Soll heißen: Darunter geht für Einsteiger so einiges. Ver.di spricht aber von einem Mindestsatz. Was verdienen Flugbegleiter/innen? Haben die viel weniger Verantwortung?

Ja, ich bin für gute Löhne, aber wer von Fairness und Gerechtigkeit spricht, darf sich nicht immer mit denen ganz oben vergleichen, sondern sollte vielleicht auch mal im ungefähren Umfeld schauen.

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