solange wir nicht wirklich draußen etwas erleben und reisen können, bleiben ja nur "Quarantänereisen". Und so habe ich die Zeit gefunden, meine Bilder aus meinem letzten MiWuLa-Besuch zum Jahreswechsel zu bearbeiten. Als wir an den freien Tagen zwischen Weihnachten 2019 und Neujahr einen Blick in das Reservierungssystem warfen, stellte sich schnell Ernüchterung ein: Abgesehen von den Morgen- und Abendstunden gab es keine freien Slots mehr. Tatsächlich konnte man aber kurzfristig für den jeweiligen Tag Tickets bekommen. Wieder einmal zeigte sich, dass das MiWuLa ein großer Touristenmagnet ist. Familien aus aller Herren Länder - vom Schwabenländle bis nach Italien und Dänemark - tummelten sich auf den 7.000 Quadtratmetern. Die erste Station machten wir in Rom, wohin wir Stilecht mit der Bahn anreisten...



Ob Pompeji, das Kolosseum oder der Petersdom, die touristischen Highlights waren alle vertreten und allein der Dom bedeutete fast zwei Jahre Arbeit für die Modellbauer. Hier wird einmal mal mehr deutlich, wie sich der Fokus von einer Modelleisenbahn, wie er noch im ersten Bauabschnitt von Mitteldeutschland verfolgt wurde, sich hin zum allgemeinen Modellbau verlagert hat. Besonders eindrucksvoll, aber schwer im Gedränge zu fotografieren, ist die großartige Nachtbeleuchtung in Italien.



Nach einer Reise durch Ligurien und die Toskana erreichten wir schließlich die Amalfi-Küste, wo sich die Urlauber dicht an dicht an den Stränden drängten. Nicht im Bild ist hingegen der Vesuv, wahrscheinlich eines der Animations-Highlights der Anlage. Mit Einbruch der Wunderland-Nacht erweckt der Vulkan zum Leben und speit Asche und Lava. Förderbänder aus Silikon und perfekt abgestimmte Beleuchtung sorgen dafür, dass die Lava tatsächlich den Abhang herunterrinnt. Großartig.


Auch Venedig ist mit einem kleinen Ausschnitt umgesetzt worden - unverkennbar nicht nur am Markusdom und der Architektur, sondern auch den Menschenmassen auf der Rialtobrücke. Ich freute mich aber vor allem darüber, dass der Bofrostmann auch hier unterwegs ist.



"There's a party...", was wäre der Schweiz-Abschnitt ohne das Konzert von DJ BoBo?




Beim längeren Hinschauen entdeckt man ja immer wieder kleine, bisweilen skurile, Szenen. Ende des Jahres war die ganze Anlage auf Weihnachten getrimmt, was sich an vielen Stellen zeigte. Ob in der Taxi-Warteschlange am Airport...

...vor dem Schloss Herrenhausen...

...oder im Hamburger Hafen bei einem von mehreren Weihnachtszügen.

Ganzjährig bunt beleuchtet, wie ein Weihnachtsbaum, ist hingegen der Las-Vegas-Abschnitt.


Bei all dem Unsinn, den es zu entdecken gilt, Shaun das Schaf ist ein gutes Beispiel dafür...

...wird das MiWuLa auch immer wieder mal politisch. Und so findet auch die Klimastreik-Bewegung Platz auf der Anlage. Genauer gesagt, befinden sich Umweltaktivisten und die geschäftige SUV-Fraktion zusammen auf einer kleinen Eisscholle. Im Hintergrund dampft derweil die AIDAblu durch den Fjord. Wie treffend.




Mit diesen Bildern aus dem Skandinavien-Abschnitt soll es dann auch zu Ende gehen. Das echte Wasser, die ferngesteuerten Schiffe und die auch hier sehr eindrucksvoll gestaltete Landschaft gehören nach wie vor zu meinen Favoriten im Wunderland.
Viele Grüße
Sören