Trip-Report: Im "echten" Simulator bei der Lufthan

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RedArrow
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Trip-Report: Im "echten" Simulator bei der Lufthan

Beitrag von RedArrow » 05.07.2007 13:04:05

Hallo!

Ich wollte Euch kurz an meinem Erlebnisflug bei Proflight bzw. bei Lufthansa Flight Training am vergangenen Freitag in Bremen teilhaben lassen - ich hoffe es ist interessant für einige von Euch die sich mit dem Gedanken tragen selbst mal so was zu machen oder sich, so wie in meinem Fall, als Geschenk damit überraschen zu lassen.

Ich hatte den Gutschein bereits vor knapp 1 1/2 Jahren geschenkt bekommen. Entweder A320 oder Boeing 737. Natürlich habe ich mich als FS-Fan wahnsinnig gefreut mal in einem richtigen Simulator zu sitzen - dennoch war es dann doch erst letzten Freitag soweit.

Dies lag zum Teil an mir - viel zu tun - und dann als ich mich endlich mal drum gekümmert habe, wurde mir aufgrund der Auslastung der Simulatoren klar, dass es gar nicht so einfach sein würde einen Termin zu finden...
Und dann natürlich noch die alles entscheidende Frage: Airbus oder Boeing :mrgreen:

Letzen Endes habe ich mich dann für die Boeing entschieden - ich dachte ich könnte mich mit einem richtigen "Steuerrad" mehr anfreunden als mit einem Sidestick und ausserdem ist die Boeing ja ein Flugzeug in dem jeder schon mal saß und da ich mal das Glück hatte auf dem Jumpseat sitzen zu dürfen bei einer Landung in Köln in einer 737 war die Entscheidung dann doch einfach!

Ausserdem wäre die A320 nur in Berlin, Frankfurt oder Wien verfügbar gewesen - da ich aber nicht extra so weit fahren wollte - ich wohne in Lübeck - kam dies dann als Entscheidungshilfe noch hinzu.

Einen Termin zu finden war dann wie gesagt nicht so einfach - die Simulatoren sind - zumindest der 737 Simulator - ist nahezu rund um die Uhr ausgelastet. Ich hätte auch Piper Cheyenne fliegen können - hier hätte man auch eher einen Termin bekommen - aber ich wollte einen "echten" Jet.

So kam es dann, dass ich um 22 Uhr in Bremen sein musste - meine Freundin durfte nach vorheriger Absprache dem Briefing bei wohnen, aber natürlich nicht in den Simulator.

Jetzt lernte ich dann auch meine Mitflieger kennen - einer wollte sich in kürze bei Lufthansa bewerben und hatte schon zum 3. Mal hier den Flug gebucht und der andere hatte keinerlei Vorerfahrung und den Flug wohl auch geschenkt bekommen.

Dann ging es also ins Briefing - unser Instrukteur war selbst Pilot (727 und DC10) und mittlerweile Lehrer bei Lufthansa Flight Training für Navigation.
Er erklärte uns im Hörsaal zunächst mal die Grundfunktionen der Steuerflächen und die entsprechenden Bedienelemente im Cockpit. Ausserdem weihte er uns in die Grundabläufe ein und nannte uns die Richtwerte für die Geschwindigkeiten bei Start und Landung etc.
Besonderes Augenmerk legte er auf die Pedale - sprich Seitenruder und die damit verbundenen Bremsen bzw. das Lenken des Flugzeugs am Boden mit dem Bugfahrwerk. Aber dazu später mehr...

Nachdem dann noch die Reihenfolge zwischen uns geklärt war - sprich wer zuerst fliegt, als Co-Pilot fungiert und wer im Beobachtersitz platz nehmen würde, ging es dann los.

Unser Instrukteur hatte bestimmt das ich als erstes fliegen sollte - warum auch immer - vielleich hatte ich mich mit meinem Flusi-Kenntnissen zu weit aus dem Fenster gelehnt? Naja - auf ging es in den Simulator - zunächst durch eine gesicherte Tür - damit die Terroristen draussen bleiben und da war er:
groß, beeindruckend und mit Sicherheit sehr teuer!
Vor uns verliessen gerade noch eine (echte) Crew + Lehrer den Simulator und los ging es - platz nehmen, Sitz einstellen, anschnallen und erstmal einen Eindruck verschaffen - sprich wie reagiert das Querruder und die Höhenruder und die Pedale.

Und natürlich erstmal alles auf sich wirken zu lassen - all die Instrumente und Schalter usw. Dann wurde noch schnell ein Erinnerungsfoto geschossen und los ging es.

Ich stand in Hannover auf dem Taxiway und sollte auf die Bahn rollen - gesagt getan - in der Tat habe ich dann verstanden warum die Pedal und deren Benutzung so wichtig waren - denn die sind nicht einfach zu bedienen. Steuern schön und gut - aber bremsen?! Dazu muss man die Pedale kippen und dass erfordert einiges an Muskelschmalz!

Gut - nach einigem Hin- und Her am Schubhebel waren wir dann Lined-up und ich gab vollen Schub - da die Maschine so gut wie leer war, hob sie fast von alleine bei ~135 Knoten ab.
Hier muss ich sagen dass die Simulation der Beschleunigung und des Rollens am Boden (inklusive der Schlaglöcher) besonders beeindruckend war - halt wie in echt
:top:

Es sollte auf 3000ft gehen und dann zur Erkundung ein bißchen rund um die Stadt - mein Co-Pilot hatte das Fahrwerk eingefahren und die Flaps. Ich hatte den Schub auf gut 70% verringert und versuchte mich in einem Stadtrundflug - das war schon klasse - und da gutes Wetter eingestellt war , lag die Maschine auch wie ein Brett in der Luft - noch ein wenig das Höhenruder getrimmt und alles in Ordnung - Schweiss abwischen und geniessen

Die Graphik bzw. deren Projektion kann sicherlich nicht mit dem aktuellen Flight Sim mithalten - aber das ist auch wirklich nicht wichtig - in der Dämmerung sieht man sehr schön die Lichter und den Horizont und einzelne Gebäude sowie Bäume, Straßen usw.

Unser Instrukteur zauberte noch kurz ein Flugzeug auf Kollisionskurs in meinem Weg - aber zum Glpck nichts passiert!

Dann ging es in die 1. Landung - wieder Hannover - und mein Co-Pilot setzte die Flaps und fuhr das Fahrwerk aus. Ich versucht mein Bestes um einigermaßen gut runter zu kommen. Das klappte auch ganz gut - setzte dann relativ mittig auf - der Sound und das satte aufsetzen beim Landen war wie in echt - (nur keiner Klatschte?!) Umkehrschub rein - und langsam Bremsen und lenken - das war dann wieder nicht ganz einfach.

Alles wieder zurück und 2. Anflug - der Instrukteur setzte mich wieder in die Ausgangsposition und schlug vor doch von hier auf die parallele Bahn zu wechseln - also ein bißchen mehr Action.
Es klappte ganz gut - die Passagiere haben am Ende auf jeden Fall germerkt dass Sie unten waren - aber alles in allem war ich ganz zufrieden und dann wurden auch schon die Plätze getauscht.

Mein Co-Pilot übernahm meinen Sitz und ich wechselse in die Beobachterposition usw.
Jetzt ging es nach Frankfurt und man merkte beim Rollen dass hier jemand saß der das schon mal gemacht hatte. Vom Start wieder in eine kleine Runde über die Stadt und dann der 1. Anflug auf die 25R in Frankfurt in der Dämmerung. Gute Landung - etwas zu viel gebremst und prompt einen Spruch im Instrukteuer kassiert - "die ganze Bahn ist bezahlt - lass Dir ruhig Zeit beim Bremsen" oder so ähnlich. Wobei man sagen muss das er ansonsten sehr viel Ruhe und Gelassenheit vermittelt hat und auch mit Lob nich gespart!
Dann ging es auf Wunsch des Piloten in den Anflug von Madeira, welcher ja aufgrund der Lage (die Piste ist praktisch über dem Meer auf z.t. Stelzen gebaut) und der zu fliegenden Kurve im Endanflug als schwierig gilt.
Also sehr mutig - aus meiner Sicht...
Letzten Endes kamen wir runter - recht hart aber fair und der Simulator hat sich nicht beschwert - bei entsprechenden Schäden etc. würde ansonsten automatisch abgebrochen.
Dann der nächste Wechsel - ich durfte als Co-Pilot noch mal Hand anlegen .
Da der Pilot jetzt mal Wasser sehen wollte, ging es nach Kopenhagen. Auch nicht schlecht - also Take-off - ich war für Fahrwerk und Flaps verantwortlich. Alles gut - wieder die übliche Runde über der Stadt und dann in den Anflug - auch hier klappte die Landung ganz gut, wenn auch nicht ganz mittig - aber dafür waren wir ja alle keine Profis.

Dann sollten wir nochmal Berge sehen - also ab in den Anflug von Salzburg. Auch hier wieder ging alles auf 3000ft los - Fahrwerk und Flaps raus und auch dieser Anflug ging, zwar nicht perfekt, aber ohne Absturz zu Ende.
Unser Instrukteur zeigte uns nochmal kurz wie sich das ganze mit Turbulenzen anfühlt - unglaublich realistisch! Wahnsinn!

Tja, das war es denn leider auch schon - viel zu kurz aber auf jeden Fall sehr beeindruckend! Wenn es nicht doch recht teuer ist würde ich das auf sicher nochmal machen - all die Flughäfen und Wetterlagen die man noch ausprobieren würde wollen! Sicherlich insgesamt aber jeden Euro wert.

Abschliessend, es war mittlerweile 1 Uhr Nachts geworden, erhielten wir dann noch den Ausdruck von unseren Anflügen - sprich wir konnten noch mal Schwarz auf Weiss sehen wie gut oder schlecht wir von den Idealwerten abgewichen sind.
Und dann gab es noch unser vorläufiges Simulatordiplom mit Foto ausgehändigt und konnten noch ein wenig Smalltalk mit unserem Instrukteur halten.

Also - ich hoffe es war ein wenig interessant für Euch - sorry das ich keine Photos gemacht habe - Rechtschreibfehler dürft Ihr gerne für Euch behalten
Viele Grüße

Stefan
Zuletzt geändert von RedArrow am 05.07.2007 14:00:55, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag von AF169 » 05.07.2007 13:46:51

Klingt ja sehr interessant. Möchte ich auch noch mal machen.

PS: Frankfurt ist die 25R.

Gruß Marco

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Beitrag von RedArrow » 05.07.2007 14:07:36

Danke für den Hinweis - ist geändert!
Gruß
Stefan

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Beitrag von Harlie » 05.07.2007 15:04:05

Danke für deinen ausführlichen Bericht! Hab' gerade so einen Gutschein zum Geburtstag bekomen. Das macht Lust auf Bremen!

Martin

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Jogi
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Beitrag von Jogi » 05.07.2007 15:57:13

Kannst du mal ne Kontaktaddresse posten?? Würde mir sowas gerne zum Geb. wünschen ;)

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Beitrag von RedArrow » 05.07.2007 16:25:52

Ja, klar - wollte nur nicht in den Verdacht der Schleichwerbung geraten:

http://www.proflight.de

Man kann die Gutscheine auch über Jochen Schweizer(.de) buchen - hier muss man aber etwas mehr bezahlen-für das gleiche Programm-die wollen ja auch was verdienen...

Gruß

Stefan

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Beitrag von Glideslope » 05.07.2007 19:44:29

Toller Bericht :top: - ich habe sowas auch mal in's Auge gefasst.

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Beitrag von dg1000flyer » 07.07.2007 23:02:04

Ich bin bisher leider nur den Transall Simulator geflogen und echte Flugzeuge aber da noch nichts größeres als Learjet 55.

@Glideslope

na wenn du das vor hast dann machen wir das zusammen und ich werd mal sehen was ich organisieren kann.

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Lübecker_Jung
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Beitrag von Lübecker_Jung » 03.08.2007 00:06:54

super bericht :top:
-Ultras HL-
Ultra Kollektiv

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