Langsame Gepäckausgabe, ein Dauerthema in HAM?

Alles rund um die Hamburger Airports. Neues, Hintergründe, und alles was bei "uns vor der Tür" so passiert. Außer den Daily Movements natürlich, für die gibt es einen eigenen Raum.

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Re: Langsame Gepäckausgabe, ein Dauerthema in HAM?

Beitragvon MD-80.net » 17.10.2017 19:20:25

All die Argumente wie Baustelle, Wachstum usw. müssen nur dafür herhalten, um die eigene Unfähigkeit zu überspielen.


Es ist manchmal schwer, Fluggästen zu vermitteln, warum man so lange auf Busse, Treppen etc. warten muss. Das typische Klischee von nicht funktionierender Abfertigung an süeuropäischen Flughäfen kehrt sich eher um.

Manchmal ist immerhin eine Treppe da, wo aber kein Mitarbeiter vorhanden ist. Letztlich tun mir die Mitarbeiter leid, da die operationellen Auswirkungen nur zeigen, wie angespannt die Situation ist. Man kann auch nur noch schmunzeln, wenn das Gepäck vom vorherigen Flug noch im Frachtraum ist, während man abflugbereit wartet und Wasser verteilt wird, Cockpitbesuche veranstaltet werden und die Dienstzeiten von Crews tickt.
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Re: Langsame Gepäckausgabe, ein Dauerthema in HAM?

Beitragvon EK60 » 17.10.2017 19:33:33

MD-80.net hat geschrieben:Letztlich tun mir die Mitarbeiter leid...

Denen, die da auf dem Vorfeld schuften, kann man da in der Tat keinen Vorwurf machen.
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Re: Langsame Gepäckausgabe, ein Dauerthema in HAM?

Beitragvon paraglider » 18.10.2017 00:21:22

Nicht ganz (aber etwas) ernst gemeint:

Der Flughafen verdient an einer massiv verspäteten Gepäckausgabe aufgrund einer extrem dünnen Personaldecke doppelt: Er spart nicht nur Personalkosten für diejenigen, die den Knochenjob auf der Rampe erledigen...

Nehmen wir einmal an, dass pro Flug tatsächlich nur 2 Passagiere (vermutlich sind es mehr) unabhängig voneinenander von privaten PKW abgeholt werden. Bei - sagen wir mal 220 Ankünften pro Tag - wären das 440 "Abholerautos", die den Kurzparkbereich bevölkern. Wenn nun für jedes dieser "Abholerautos" aufgrund der Verzögerung der Gepäckauslieferung 5 € mehr Kurzparkgebühren anfallen (und das geht in Hamburg verdammt schnell), wären das am Tag... 440x5... Genau! 2.200 € ! Pro Jahr würden also rund 0,8 Millionen €uronen zusätzlich in die Kasse gespült werden... (bei 5 Abholern wären es übrigens schon über 2 Mio) :shock: Da läßt man seine Kunden doch gerne mal ein Stündchen oder länger warten...
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Re: Langsame Gepäckausgabe, ein Dauerthema in HAM?

Beitragvon JU52 » 18.10.2017 08:31:53

Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Airport so kurzfristig denkt. Bei zunehmenden Verspätungen werden die Airlines, die mit extrem kurzen Umläufen planen, sich das wohl nicht lange angucken und sich ggf. von HAM verabschieden. Es ist halt wie überall - eine dünne Personaldecke zur Gewinnoptimierung. Bis sich da etwas ändert muss (leider) erst viel / noch mehr passieren... :|
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Re: Langsame Gepäckausgabe, ein Dauerthema in HAM?

Beitragvon Zak » 18.10.2017 10:40:22

Die gute Nachricht: es tut sich was beim Tempo der Gepäckabfertigung.

Die schlechte Nachricht: es wird nicht schneller.

Derzeit läuft die vierte von zehn Bauphasen am Hauptvorfeld vor Terminal 1 – dadurch sei wegen längerer Abfertigungswege und mehr Bodenverkehrs vor allem in Spitzenzeiten damit zu rechnen, dass es bei den Gepäck- und Bustransporten Verzögerungen gebe, teilte der Flughafen am Dienstag mit. "Wir können mehrere Fluggastbrücken derzeit nicht nutzen", sagte Sprecherin Janet Niemeyer. Das Unternehmen empfiehlt den Reisenden, mindestens zwei Stunden vor Abflug am Flughafen zu sein.

https://www.abendblatt.de/hamburg/hambu ... einen.html
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Re: Langsame Gepäckausgabe, ein Dauerthema in HAM?

Beitragvon ilam » 18.10.2017 11:12:05

4 von 15 Fluggastbrücken nicht nutzbar und alles bricht zusammen?

Gäbe es nicht die notorisch zu dünne Personaldecke wäre das alles kein Problem aber wenn man personell schon über dem Anschlag ist, wenn alle Einrichtungen nutzbar sind, ist es kein Wunder dass es dann richtig knallt, sobald Ferienbeginn und zu wenige Fluggastbrücken aufeinandertreffen.

Nur weiß der Flughafen von beidem nicht erst seit letzter Woche.
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Re: Langsame Gepäckausgabe, ein Dauerthema in HAM?

Beitragvon Chris » 20.10.2017 06:49:06

ilam hat geschrieben:
Nur weiß der Flughafen von beidem nicht erst seit letzter Woche.


Nur findet der Flughafen keine Leute. Es war doch schon zu lesen, dass zahlreiche Leute eingestellt wurden; ein Großteil davon aber direkt wieder abgehauen ist. In Hamburg herrscht nun mal Vollbeschäftigung. Andere Unternehmen haben auch solche Probleme. Der HVV sucht z. B. auch händeringend Busfahrer und findet keine.

Und bevor jetzt gleich der nächste Arbeitsmarktexperte schreibt, dass man den Leuten mehr Geld geben sollte, was im Übrigen u.a. durch Schichtzulagen gar nicht so schlecht ist, kann ich dem nur sagen, dass der Anbieter dann sofort seine Kunden an andere Anbieter verliert. Der HVV hat hier z.b. aufgrund seiner Monopolstellung ganz andere Möglichkeiten und schnappt damit vielleicht eher die "drei" noch verfügbaren Arbeitskräfte weg.

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Re: Langsame Gepäckausgabe, ein Dauerthema in HAM?

Beitragvon DC1030 » 20.10.2017 10:59:27

Chris hat geschrieben:Und bevor jetzt gleich der nächste Arbeitsmarktexperte schreibt, dass man den Leuten mehr Geld geben sollte, was im Übrigen u.a. durch Schichtzulagen gar nicht so schlecht ist, kann ich dem nur sagen, dass der Anbieter dann sofort seine Kunden an andere Anbieter verliert.

Nein, ich bin nicht der "nächste Arbeitsmarktexperte". Aber Angebot und Nachfrage hängen in der Wirtschaft immer zusammen. Und wenn in Hamburg Vollbeschäftigung herrscht, wie Du es schreibst, dann müssen für solche Jobs tatsächlich die Gehälter steigen, um Arbeitskräfte zu finden. Wenn der Auftrag dann an einem anderen Anbieter geht, steht der ja vor dem gleichen Problem und findet für einen Dumpinglohn keine Arbeitskräfte. Insofern geht Deine Rechnung teilweise nicht auf!
Gruß, Thomas

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Re: Langsame Gepäckausgabe, ein Dauerthema in HAM?

Beitragvon MD-80.net » 20.10.2017 15:05:40

In Hamburg herrscht nun mal Vollbeschäftigung.


Hast Du hierfür Quellen? Erfreulich wäre es ja, wenn es Vollbeschäftigung gäbe und falls ja, zu welchen Konditionen.

Andere Unternehmen haben auch solche Probleme. Der HVV sucht z. B. auch händeringend Busfahrer und findet keine.


Bei den stetig verschlechterten Arbeitsbedingungen und der gleichzeitig der sehr hohen Verantwortung verwundert es wenig.

Ich finde erfreulich, dass es eine wachsende Anzahl von Menschen gibt, die nicht mehr nach dem Motto "Hauptsache Arbeit" maulen, sondern für eine wachsende Anzahl von Arbeitsplätzen in der Dienstleistung Menschen nicht mehr bereit sind, ihre Qualifikationen unter Preis "zu verkaufen".

Durch die Unzulänglichkeiten am Flughafen Hamburg gerieten und geraten u.a. die engen Umläufe von Flugzeugen durcheinander. Wie soll ein frühmorgendlicher Abflug sauber über die Bühne gehen, wenn Personal für die Treppen fehlt? OTP hängt nicht nur davon ab, ob die Cockpitcrew und Kabinenbesatzung die Minutenvorgaben einhält oder Fluggäste tatsächlich irgendwann den Gang frei machen, damit weitere Gäste ihren Platz einnehmen können. Das bringt alles nichts, wenn die Bodenabfertigung nur sub-optimal ihre Leistung umsetzen kann. Und dies sind keine Einzelfälle...

Es ist auch schwer Fluggästen zu vermitteln, dass man zwar 25 Minuten vor der eigentlichen Ankunftszeit gelandet ist und dann doch 45 Minuten auf den ersten Bus warten muss. Selbst bei der Crewplanung hat es Einfluss, da man unter Umständen die Mindestruhezeiten für den nächsten Einsatz nicht mehr einhalten kann und viel durcheinander wirft. Man kann nur den Kopf schütteln und wie bereits geschrieben - man kann den Bodenmitarbeitern überhaupt nicht böse sein, da sie (soweit ich es spüre) am Limit arbeiten und einfach nicht mehr schaffen können.

LG
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Re: Langsame Gepäckausgabe, ein Dauerthema in HAM?

Beitragvon Zak » 20.10.2017 15:16:05

Chris hat geschrieben:Und bevor jetzt gleich der nächste Arbeitsmarktexperte schreibt, dass man den Leuten mehr Geld geben sollte, was im Übrigen u.a. durch Schichtzulagen gar nicht so schlecht ist, kann ich dem nur sagen, dass der Anbieter dann sofort seine Kunden an andere Anbieter verliert. Der HVV hat hier z.b. aufgrund seiner Monopolstellung ganz andere Möglichkeiten und schnappt damit vielleicht eher die "drei" noch verfügbaren Arbeitskräfte weg.

Wohingegen der Airport in brutaler Konkurrenz zu den diversen anderen Hamburger Flughäfen steht? Wenn in HAM die Löhne für Ramper steigen, fliegen die Paxe lieber ab Boberg oder Uetersen?

Ich bin weder Gewerkschafter noch Sozialromantiker, sondern selber Unternehmer. Und habe täglich mit Dienstleistern zu kämpfen, die sich so dermaßen kostenoptimiert haben, dass ihre Dienstleistungen nicht mehr funktionieren. Ich habe täglich mit Leuten zu tun, die offenbar überhaupt keinen Bock mehr auf ihren Job haben, weil sie einfach komplett überlastet sind. Und das nicht nur gewerblichen Berufen. Ich wechsele z.B. genau deswegen gerade meinen Steuerberater. Denn wenn eine Kanzlei so wenige Steuerfachangestellte beschäftigt, dass diese Auswertungen spätabends oder am Wochenende schicken, brauche ich mich nicht zu wundern, wenn die vor Fehlern strotzen.

Das kommt dabei rum, wenn Management beim Thema "Weitblick" nur bis zu den nächsten Quartalszahlen denkt.

Und ähnliche Probleme vermute ich auch beim Airport. Das Abendblatt schrieb schon im August:

"Es herrschen katastrophale Bedingungen", sagt ein Mitarbeiter, der seit 17 Jahren bei dem Tochterunternehmen Groundstars des Flughafens für die Be- und Entladung der Flugzeuge zuständig ist. "Wir haben durchgehend Personalmangel und sind andauernd überlastet." Der ständige Zeitdruck bei der Arbeit würde zur Dauerbelastung werden.

Eine Mitarbeiterin des vom Flug­hafen beauftragten Dienstleisters AHS (Aviation Handling Services), der für die Passagierabfertigung zuständig ist, berichtet: "Die Bedingungen werden immer schlimmer – und wer sich beschwert, dem wird mit Kündigung gedroht." Momentan würde einer nach dem anderen zusammenbrechen.

https://www.abendblatt.de/hamburg/artic ... igten.html
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Solche Aussagen muss man zwar auch mit Vorsicht genießen, da sie natürlich einseitig sind. Sie erscheinen mir angesichts der Gesamtsituation aber nicht unplausibel.

Und andere Großstadt-Airports (FRA, MUC, DUS) bekommen es doch auch hin. Also sorry, das Argument, dass der Hamburger Arbeitsmarkt an der Situation Schuld ist, ist eine Ausrede, die ich nicht gelten lasse. Der Beschäftigungs-Hotspot der Republik sind wir hier nun wirklich nicht.
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Re: Langsame Gepäckausgabe, ein Dauerthema in HAM?

Beitragvon MD-80.net » 20.10.2017 16:28:36

Ich habe täglich mit Leuten zu tun, die offenbar überhaupt keinen Bock mehr auf ihren Job haben, weil sie einfach komplett überlastet sind. Und das nicht nur gewerblichen Berufen.


Du bringst es treffend auf den Punkt. Ab und an poppt Medieninteresse hoch, aber es liegt meiner Ansicht nach ein systematisches Arbeitswelt-Problem vor, da stetig und gekoppelt mit einer Angstkultur die Bedingungen verschlechtert wurden. Spürbar ist es eigentlich – wenn man genau hinschaut – in vielen Bereichen, nicht nur am Flughafen. Als Anfang der 1990er eine Serie von schweren Orkanen Westeuropa verwüstete, fielen auch viele Bäume um und der ÖPNV war beeinträchtigt. Man hatte aber „Trupps“, die erheblich zügiger die Störungen beseitigt haben. Man hat viele Dinge gekürzt. Darum bricht auch der Flugverkehr schnell zusammen, wenn 3 Zentimeter Schnee fallen oder Mitarbeiter in Mobilfunkshops derart schlechte Verträge erhalten, dass es schon fast Pflicht ist, einer Oma fünf Verträge inklusive Internetflat zu verkaufen, obwohl sie gar kein internetfähiges Handy hat.

Schließlich muss die Provision stimmen und die Erwartung der Zentrale pro Tag XX Verträge an Land zu ziehen. Alle die alten Mitarbeiter (die einst als Teilzeitkräfte deutlich mehr verdienten als heute eine Teilzeitkraft), verließen entweder normal ihren Job, wurden durch Abfindungen wegrationalisiert und hartnäckige Altmitarbeiter werden so eingeteilt, dass sie vormittags in Stade eine Filiale besetzen und dann nachmittags in Schnelsen sein müssen, wobei die Fahrtzeit so gelegt wird, dass man dann erfreulicherweise dem Mitarbeiter vorwerfen kann, er hätte die Filiale nicht rechtzeitig am Nachmittag übernommen. Ha, wir können ihn kündigen! Diese Systematik auf Gewinnmaximierung und Ausbluten wird „uns“ irgendwann ganz gewaltig um die Ohren fliegen. Ich kann Menschen verstehen, die arbeitsmüde geworden sind, da sie trotz Vollzeit sowieso Altersgrundsicherung beantragen müssen. Es geht hier um eine steigende Anzahl von Bürgern, die unter erheblich schlechteren Bedingungen ihre Leistung erbringen sollen.

Aus eigener Erfahrung nehme ich somit tendenziell Meldungen ab, dass Mitarbeitern mit Kündigung gedroht wird.

Bei einem meiner letzten Arbeitgeber war es Teil des Systems, durch (auch umgesetzte) Drohungen eine Angstkultur zu schaffen. Ein Mitarbeiter mit Lungenentzündung schuftete, bis er zusammenbrach und dies in winterlicher Kälte. Er hatte Angst, gekündigt zu werden und als fast 60-Jähriger keine Chancen mehr auf dem Arbeitsmarkt zu haben. Nicht eingehaltene Ruhezeiten (7 Uhr Dienstende, 14 Uhr wieder da sein) wurden durch verlogene Erklärungen legitim der Zentrale erklärt. Man arbeitete in Urlaubstage hinein (Nachtschicht ab 18 Uhr bis 6 Uhr, ab 6 Uhr Urlaubstag und bitte in Uniform ab nächstem Tag wieder ab 5 Uhr Diensteinteilung. Resturlaub musste ja ordentlich noch vergeben werden, bevor der Urlaubsantrag sowieso abgelehnt wurde.
Gott sei Dank habe ich diese ganzen Dienstpläne noch und das Pensum von 220 bis 255 Stunden Arbeitszeit pro Monat werden mir immer eine Lehre sein. Man hat es mit Filz unter verantwortlichen Personen zu tun, unfähigen Vorgesetzten, die weder eine Schulung in Personalführung hatten und es auch nicht gerne sahen, wenn man diverse Qualifikationen vorweisen konnte. Selbst bei der Lohnabrechnung musste man wegen fehlender Stunden hinter her laufen und bis heute habe ich kein Arbeitszeugnis erhalten.
Oft hört man, dass solche Bedingungen nicht existieren oder man selber Schuld hätte, wenn man sich solche Sachen gefallen lassen würde. Ich habe es mir nicht gefallen gelassen und mich weg beworben. Da es eine zunehmende Anzahl von Unternehmen gibt, die nur Bewerbungen von Arbeitnehmern akzeptieren, war es mir wichtig, mich aus einem Job zum anderen Job zu bewegen.

Selber kenne ich einen Bodenmitarbeiter (Gepäck/Treppe etc.) seit Jahren und er sagt privat nichts mehr dazu. Ihm fehlen die Worte. Natürlich schaut man gerne durch eine rosa Brille zurück, als "alles besser war". Es war nicht alles besser, aber man hat nicht schlechter gelebt oder ist verhungert, wenn um 18:30 Uhr die Geschäfte schlossen, die Fahrpreise nicht jährlich erhöht wurden und bis auf die Berufsgruppen mit Schichtdienst dann ein Großteil des Volkes wegen fehlender Privatsender sich die Schwarzwaldklinik anschaute.

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Re: Langsame Gepäckausgabe, ein Dauerthema in HAM?

Beitragvon spotteralex » 20.10.2017 21:48:09

Chris hat geschrieben:
ilam hat geschrieben:
Nur weiß der Flughafen von beidem nicht erst seit letzter Woche.


Nur findet der Flughafen keine Leute. Es war doch schon zu lesen, dass zahlreiche Leute eingestellt wurden; ein Großteil davon aber direkt wieder abgehauen ist. In Hamburg herrscht nun mal Vollbeschäftigung. Andere Unternehmen haben auch solche Probleme. Der HVV sucht z. B. auch händeringend Busfahrer und findet keine.

Und bevor jetzt gleich der nächste Arbeitsmarktexperte schreibt, dass man den Leuten mehr Geld geben sollte, was im Übrigen u.a. durch Schichtzulagen gar nicht so schlecht ist, kann ich dem nur sagen, dass der Anbieter dann sofort seine Kunden an andere Anbieter verliert. Der HVV hat hier z.b. aufgrund seiner Monopolstellung ganz andere Möglichkeiten und schnappt damit vielleicht eher die "drei" noch verfügbaren Arbeitskräfte weg.

Die "Schuldfrage" lässt sich leider nicht so eindimensional betrachten ;)


An andere Anbieter vielleicht nicht, eher wird man dann grundsätzlich weniger fliegen. Wo übrigens nichts gegen einzuwenden wäre, bessere Löhne, dafür weniger Superbilligtickets und funktionierende Abfertigung, das bringt insgesamt den meisten Nutzen. Aber solange Geiz derart gеil ist wird das wohl nichts. :roll:
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Re: Langsame Gepäckausgabe, ein Dauerthema in HAM?

Beitragvon ilam » 21.10.2017 06:46:36

Chris hat geschrieben:Der HVV sucht z. B. auch händeringend Busfahrer und findet keine.

Nur bekommt es der HVV trotzdem hin, alle Linien zu bedienen und auch noch - ebenfalls besonders oft in den Ferienzeiten - Schienenersatzverkehr auf die Beine zu stellen. Der HVV mag zwar "händeringend suchen", aber sie finden offensichtlich auch genügend. (Da Busfahrer strenge Lenkzeitvorschriften haben, kann man da auch wenig mit Überstunden kaschieren...).

Der Flughafen hat dieses Problem seit Jahren und es hat sich nichts geändert. Dabei gibt es etliche Stellschrauben, um daran etwas zu ändern. Ja, die kosten Geld und das will offensichtlich niemand in die Hand nehmen. Die Frage ist halt, wie lange sich die Airlines das noch anschauen bzw. ob es bereits Konsequenzen hatte und es z.B. bei Easyjet auch ein wenig hineingespielt hat.

Nur findet der Flughafen keine Leute. Es war doch schon zu lesen, dass zahlreiche Leute eingestellt wurden; ein Großteil davon aber direkt wieder abgehauen ist. In Hamburg herrscht nun mal Vollbeschäftigung.


Wenn Vollbeschäftigung herrschen würde, hätte der Airport niemanden gefunden. Wenn die gefundenen wieder abwandern, passen die Bedingungen schlichtweg nicht - und die kann man verbessern. Wie schon gesagt, andere Flughäfen bekommen das auch hin.
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Re: Langsame Gepäckausgabe, ein Dauerthema in HAM?

Beitragvon DC1030 » 21.10.2017 07:17:18

Kleiner Faktencheck: In Hamburg haben wir aktuell eine Arbeitslosenqoute von 7,1%.
Bei einer Arbeitslosenquote von 2% oder weniger, spricht man übrigens von Vollbeschäftigung. Es heißt also nicht, dass es gar keine Arbeitslosen gibt.
Gruß, Thomas

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Re: Langsame Gepäckausgabe, ein Dauerthema in HAM?

Beitragvon janssen » 21.10.2017 12:27:25

DC1030 hat geschrieben:Kleiner Faktencheck: In Hamburg haben wir aktuell eine Arbeitslosenqoute von 7,1%.
Bei einer Arbeitslosenquote von 2% oder weniger, spricht man übrigens von Vollbeschäftigung. Es heißt also nicht, dass es gar keine Arbeitslosen gibt.


Statistisch gesehen hast Du recht, Thomas aber wer arbeitslos ist, ist nicht zwangsläufig arbeitssuchend. Interessant für den Arbeitsmarkt sind nur Arbeitssuchende. Im September in Hamburg nur 2,2%.
Das sind 22505 Arbeitssuchende. Dem gegenüber stehen 17128 gemeldete offene Stellen. Da bleibt nicht mehr viel über.
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Re: Langsame Gepäckausgabe, ein Dauerthema in HAM?

Beitragvon DC1030 » 21.10.2017 13:13:06

janssen hat geschrieben: aber wer arbeitslos ist, ist nicht zwangsläufig arbeitssuchend.

Deswegen spricht man wohl bei 2% schon von Vollbeschäftigung. Wie gesagt, ich bin kein Experte, mich hat es nur mal interessiert.
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Re: Langsame Gepäckausgabe, ein Dauerthema in HAM?

Beitragvon Zak » 21.10.2017 13:22:55

Mal ein paar Arbeitslosenquoten zum Vergleich (ich gehe mal davon aus, dass beim Verhältnis Arbeislose <> Arbeitssuchende keine dramatischen regionalen Unterschiede bestehen):

FRA: 5,7%
MUC: 3,9%
DUS: 7,2%
HAM: 6,7%

Warum da die Arbeitsmarktlage Schuld am Chaos in HAM sein soll, während es FRA und DUS bei ähnlichen und MUC sogar bei erheblich niedrigeren Arbeitslosenzahlen schaffen, den Betrieb organisiert zu bekommen, ergibt keinen Sinn.

Quellen:
https://statistik.arbeitsagentur.de/Nav ... t-Nav.html
https://statistik.arbeitsagentur.de/Nav ... n-Nav.html
https://statistik.arbeitsagentur.de/Nav ... f-Nav.html
https://statistik.arbeitsagentur.de/Nav ... g-Nav.html
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Re: Langsame Gepäckausgabe, ein Dauerthema in HAM?

Beitragvon DC1030 » 21.10.2017 13:40:57

Wäre mal interessant zu wissen, wie die anderen Airports, bzw. deren SUB-Unternehmer, die Angestellten bezahlen.
Gruß, Thomas

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Re: Langsame Gepäckausgabe, ein Dauerthema in HAM?

Beitragvon Sören » 21.10.2017 13:52:25

Zak hat geschrieben:Und andere Großstadt-Airports (FRA, MUC, DUS) bekommen es doch auch hin.


Nur eine kurze Intervention: Nein, auch in DUS läuft das nicht optimal. Ich bin selbst noch nicht in DUS angekommen, aber auch hier kümmert sich die Presse um die langsame Gepäckausgabe. In diesem Thread beschweren sich vereinzelt auch die User darüber - nur um mal zwei Beispiele zu nennen.
Viele Grüße, Sören

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Re: Langsame Gepäckausgabe, ein Dauerthema in HAM?

Beitragvon airport addict » 21.10.2017 14:57:39

-> weiter OT zu DUS: angeblich war die einstündige Wartezeit mit ein Grund dafür, dass Cathay die Bedienung eingestellt hat, denn (wo ich das gelesen habe weiß ich wie üblich nicht mehr :? ) gerade als eine CX-Delegation sich die Operations ansehen wollte, musste sie die besagte Stunde auf ihre Koffer warten.

Generell zu Arbeitsbedingungen - warum scheint das Vorfeld die einzige Stelle der Luftfahrt zu sein, wo scheinbar nichts modernisiert/automatisiert wird? Die IT-Systeme der Airlines werden stetig perfektioniert (z.B. für besseres Ertragsmanagement), Flugzeuge werden moderner, Triebwerke sparsamer und leiser, nur Flugzeuge werden von Hand be-/entladen wie vor 50 Jahren. Die Unterflurcontainer der Großraumflugzeuge (und bei einigen Airlines noch der A32x-Serie) verlagern die Knochenarbeit lediglich ins Flughafengebäude herein, in die Container hineingewuchtet werden die Koffer immer noch manuell. Lohnt es sich für niemanden, diese Arbeitsabläufe zu automatisieren - ein Roboter unten im Gepäckraum macht sich nicht den Rücken kaputt... und könnte irgendwann auch bei einem engen Arbeitsmarkt und/oder steigenden Abfertigungsmengen beliebig oft beschafft werden...
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